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Tag: Brauchtum

10.Dezember: Neunerlei

Aus dem Erzgebirge kommt der alte Weihnachtsbrauch NEUNERLEI. Teiweise wird dieser Brauch auch im Vogtland und im Egerland am Heiligabend gepflegt.
Mundartlich "Neinerlaa" wird hier von einem Weihnachtsessen gesprochen, das aus neun Gerichten, oder deren Bestandteilen, besteht. Das kann sehr unterschiedlich gehalten werden.

Hier ein Bespiel (gefunden bei Wikipedia)

Neunerlei-Karte aus der Saigerhütte Grünthal
Ein Beispiel für solch ein Essen wäre Bratwurst mit gekochten Kartoffelklößen, Sauerkraut und darüber zerlassene Butter. Als Nachtisch gibt es Sellerie, dann eine Linsensuppe und zum Schluss Heidelbeerkompott. Brot und Salz stehen immer auf dem Tisch bereit.

Die einzelne Gänge und Zutaten des Menüs haben jeweils eine bestimmte Bedeutung:
  • Bratwurst steht zum Erhalt von Herzlichkeit und Kraft
  • Sauerkraut steht dafür, dass einem das Leben nicht sauer wird
  • Linsen stehen dafür, dass einem das Kleingeld nicht ausgeht
  • Klöße, Karpfen und Hering stehen dafür, dass das große Geld nicht ausgeht
  • Gans, Schweinebraten und Kuhhase stehen dafür, dass einem das Glück treu bleibt
  • Kompott steht dafür, dass man sich des Lebens erfreuen kann
  • Semmelmilch steht dafür, dass man nicht erkrankt
  • Nüsse oder Mandeln stehen dafür, dass der Lebensalltag im nächsten Jahr gut abläuft und
  • Pilze oder rote Rüben schließlich sollen Freude und Glück bringen oder gutes Wachstum für das Getreide bedeuten.

Das Neunerlei soll als Neun-Gänge-Menü serviert werden - das ist wohl sehr wichtig.

So unterschiedlich die Zusammensetzung der Menüs, von Ort zu Ort, von Familie zu Familie, so bilden die Linsen als auch die Klöße, die magische Zahl 9 (Verdreifachung der Hl. Dreifaligkeit: Gott Vater, Sohn und Hl. Geist), die verbindenden Elemente.



Nickname 10.12.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Barbarazweige

Am Barbaratage holt′ ich
Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,
Die setzt′ ich in eine Schale,
Drei Wünsche sprach ich im Traum:

Der erste, daß einer mich werbe,
Der zweite, daß er noch jung,
Der dritte, daß er auch habe
Des Geldes wohl genung.

Weihnachten vor der Mette
Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: -
Ich weiß einen armen Gesellen,
Den nähm′ ich, wie er ist.

Martin Greif
(18.06.1839 - 01.04.1911)

Nickname 04.12.2009, 09.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL